domenica 30 novembre 2008

Neofaschistischer Vormarsch

»Sieg Heil!«, schreien viele der gut 500 Schüler im Chor, als sie die letzte Strophe der italienischen Nationalhymne beendet haben. Nicht wenige recken dabei den rechten Arm zum Saluto Romano empor.
Es ist Freitag Vormittag, der achte Februar 2008 und der Blocco Studentesco, die Schüler- und Studentenorganisation der faschistischen Partei Fiamma Tricolore, demonstriert im Gedenken an die »Märtyrer der Foiben«. Gemeint ist damit die italienische Bevölkerungsminderheit in den kroatischen Provinzen Istrien und Dalmatien, an der, nach der Befreiung vom Mussolini-Faschismus, vereinzelt Racheakte verübt wurden.
Zumindest das Thema ist überaus opportun. Denn inzwischen ist der revisionistische, weil entkontextualisierte Opfer-Diskurs nicht nur in der Mitte der Gesellschaft angekommen, sondern seit 2005, auf Initiative des Postfaschisten Gianfranco Fini1 auch institutionalisiert. Die Berlusconi-Regierung machte den 10. Februar zum offiziellen Gedenktag für die italienischen Opfer der Tito-Partisanen. Und auch mit der zwischen 2006 und April 2008 regierenden mitte-links Koalition fand die Geschichtsklitterung kein Ende.
[Artikel in voller Länge auf nadir.org]

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